Natürliche Waldentwicklung im Spessart

Auch im Spessart gibt eine Vielzahl von Trittsteinen der Natürlichen Waldentwicklung. Das sind Wälder, die sich weitgehend unbeeinflusst vom Menschen natürlich entwickeln können mit einem dauerhaften Verzicht auf Holznutzung. Dabei kommt der von der Bayerischen Staatsregierung 2008 beschlossenen Bayerischen Biodiversitätsstrategie mit ihrem Leitbild des Schützens und Nutzens auf der ganzen Fläche besondere Bedeutung zu. Wer den Grundsatz Schützen und Nutzen ernst nimmt, kommt ganz automatisch zu einer Vielzahl trittsteinartiger Naturschutzbereiche im nachhaltig genutzten Wald.

Grundgedanke ist dabei, auf der ganzen Fläche immer wieder kleinere und größere Trittsteine zu schaffen und zu erhalten, als ökologische Nische für bestimmte Arten. Über den ganzen Wald verteilt finden sich diese Flächen, sie sind in der Regel zwischen 0,3 und 20 Hektar groß, manchmal über hundert Hektar. Anstatt eine größere Fläche stillzulegen, werden diese kleineren und größeren Elemente in die naturnahe Forstwirtschaft integriert.

Solche Vernetzungsbestände sind beispielweise die Klasse-1-Waldbestände, von denen es allein in den Forstbetrieben Heigenbrücken und Rothenbuch 1.750 Hektar gibt. Auch Buchenbestände, die älter als 180 Jahre sind, können Trittsteine sein. Oder die 321 Hektar Naturwaldreservate, die es allein im Staatswald im Spessart gibt. Dazu kommen noch die 19 000 Hektar Natura-2000-Flächen, also solche Gebiete, die europaweit als schutzwürdig angesehen werden. Und natürlich eine Vielzahl kleinerer Naturschutzbereiche. Ein Höhlen- oder Horstbaum oder ein liegen gebliebener Stamm sind Beispiele für Trittsteine.