Mit Sicherheit Nachhaltig!

Der Wald ist Rohstofflieferant, Erholungsort für Menschen und ein zu schützender Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tierarten. Ein Widerspruch?

Keineswegs! Mit dem Konzept der integrativen Forstwirtschaft versuchen die Bayerischen Staatsforsten all dem gerecht zu werden, zu schützen und zu nutzen – gleichzeitig. Das bedeutet: Es gibt keine reinen Wirtschaftswälder, es wird nicht alles restlos genutzt, sondern es verbleiben Bäume im Bestand, die alt werden dürfen, richtig alt. Denn die Pflanzen- und Tierwelt liebt morsche und alte Bäume, sogenannte Biotop-Bäume und Totholz. Die Wälder der Bayerischen Staatsforsten werden im Rahmen der mittel- und langfristigen Forstbetriebsplanung auch naturschutzfachlich klassifiziert und entsprechende Zielvorgaben getroffen.

Ein Beispiel: In naturnahen Wäldern, älter als 140 Jahre, werden durchschnittlich zehn Biotop-Bäume und 40 Kubikmeter Totholz pro Hektar angestrebt. Das dient dem Artenschutz. Und für den Menschen ist so ein artenreicher Wald auch ein größeres, spannendes Naturerlebnis.

Forstwirtschaft heißt für die Bayerischen Staatsforsten, den Gesamtnutzen des Waldes zu verbessern, also die Bereiche Ökologie, Ökonomie und die soziale Funktion der Wälder in der Balance zu halten. Die Menschen sollen und wollen mit dem nachwachsenden und ökologischen Rohstoff Holz versorgt werden. Gleichzeitig soll die Natur erhalten und Biodiversität gefördert und die Erholungsfunktion der Wälder muss gesichert werden.

Der Grenzen der Holznutzung sind übrigens durch das Gebot der Nachhaltigkeit definiert. Wir entnehmen dem Wald nicht mehr Holz als nachwächst. So entsteht ein System, das den nachwachsenden Rohstoff Holz auf Dauer in gesichertem Maße bereitstellt - und das Ökosystem Wald und seine Leistungsfähigkeit sichert und erhält.

Maschinelle Holzernte

Harvester haben große Vorteile bei der Arbeitssicherheit, der Bodendruck wird durch extrem breite Reifen minimiert.

Harvester sind hochspezialisierte Maschinen für die Holzernte. Sie können Bäume fällen, entasten und in Abschnitte einschneiden. Etwa die Hälfte des eingeschlagenen Holzes bei den Bayerischen Staatsforsten stammt von solchen Erntemaschinen. Harvester sind nicht mehr aus der Waldarbeit wegzudenken, da sie vieles einfacher und vor allem sicherer machen, denn die Maschinenführer sind im Harvester bei der Holzernte durch die Kabine geschützt.

Auch wenn es mit Blick auf die großen Maschinen widersprüchlich anmutet: Moderne Harvester schonen mit ihren breiten Reifen oder Ketten nicht nur den sensiblen Waldboden, sondern auch die Bestände. Sie können selbst schwere Stämme sicher heben und aus dem Bestand bringen, ohne andere Bäume zu schädigen. Das ist vor allem in Naturverjüngungsflächen wichtig, wo die nächste Waldgeneration heranwächst.

Die Erntemaschinen bewegen sich im Bestand ausschließlich auf den sogenannten Rückegassen oder Rückewegen. Etwa 85 Prozent des Waldbodens, auf denen Holzerntemaßnahmen erfolgen, sind so von jeglicher Befahrung ausgenommen. Extrem breite Reifen – bis zu 95 cm – und ein niedriger Reifendruck verteilt das Gewicht auf eine größere Fläche. Wo nötig, werden Reisigmatten zum Erhalt der Befahrbarkeit der Erschließungslinien ausgelegt.