Forstbetrieb Rothenbuch

Naturdenkmal Kobertsquelle

Unweit der Ortschaft Rechtenbach entspringt mitten im Wald die historisch in Sandstein gefasste „Kobertsquelle“, welche insgesamt drei kleinere Teiche in der näheren Umgebung mit Wasser speist. Im Zuge einer Maßnahme der 
Besonderen Gemeinwohlleistungen wurde im Oktober 2010 die im Forstbetrieb Rothenbuch (Revier Erlenfurt) gelegene Quelle, in der näheren Umgebung auch als „Brünnle“ bekannt, renaturiert bzw. in einen naturnäheren Zustand versetzt.
Ziel der Maßnahme war es, durch den Rückbau der steinernen Quellfassung und von Barrieren am Quellabfluss eine Durchlässigkeit für Kleinlebewesen herzustellen und die Quelle somit mit den kleineren Teichen zu vernetzen.
Lebensräume dieser sog. „Quellregion“ werden häufig von Spezialisten besiedelt. Bei den Kleinlebewesen sind dies zum Beispiel Strudelwürmer, Quellschnecken sowie die Larven bestimmter Stein- und Köcherfliegenarten. Besonderheit dieses Lebensraumes ist die im Jahresverlauf relativ konstant bleibende, niedrige Wassertemperatur. Das macht ihn für o. g. Arten so interessant.
Die einzige hier vorkommende „Wirbeltierquellart“ ist der Feuersalamander. Dieser, auf der „Roten Liste“ unter der Kategorie V (Vorwarnliste) geführte Vertreter der Amphibien, ist nicht nur auf Laub- und Laubmischwälder als Lebensraum angewiesen, sondern benötigt für seinen Nachwuchs eben diese kühlen, nährstoffarmen und möglichst fischfreien Quellen. Er kommt zahlreich im Gebiet der Kobertsquelle vor.
An der Maßnahme waren u.a. Quellspezialisten vom Landesbund für Vogelschutz, die den Renaturierungsplan erstellten, die Untere Naturschutzbehörde, die für dieses Projekt die Naturdenkmalverordnung ändern musste, sowie das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Karlstadt als Vertreter der Bayerischen Forstverwaltung, das dieses Projekt als BGWL-Maßnahme förderte. Die Organisation der Ausführung oblag dem Forstbetrieb Rothenbuch, konkret dem Revier Erlenfurt mit zuständigem Revierleiter Hubertus Bernhart.

Ausgeführt wurden die Arbeiten von der Jugendfeuerwehr aus Rechtenbach. Auf dem Bild links ist zu sehen, wie Mitglieder der Jugendfeuerwehr die Sandsteinsohle am Austritt der Quelle entfernen. Diese Maßnahme wurde durchgeführt, um ein Ansiedeln von Pflanzen und Kleinlebewesen zu ermöglichen, da diese es auf versiegeltem Untergrund „schwer haben“. Die dabei anfallenden Steine wurden in Form eines „Lesesteinhaufens“ als Biotop für Reptilien arrangiert (im Bild links). Außerdem wurde im Zusammenhang mit diesem Projekt die Gehölzflora um die Teiche herum ein wenig zurückgenommen.

Bereits zwei Jahre nach der Maßnahme zeigte sich der Erfolg der Maßnahme deutlich. Im Bereich des Quellaustritts hatte sich eine üppige Vegetation eingestellt.

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