Zwieselmühle

Naturschutzprojekt Steuobstwiese Zwieselmühle

Streuobstwiesen sind ein besonders struktur- und artenreicher Lebensraum. Mit bis zu mehreren tausend Pflanzen- und Tierarten, die mittelbar oder unmittelbar in diesem Lebensraum zu finden sind, ist dieser einer der artenreichsten Lebensräume in Mitteleuropa.

Angefangen bei der Honigbiene, der der Hauptteil der Bestäubungsarbeit bei den Obstgehölzen zu kommt und die damit die Fruchtentwicklung „in Gang setzt“, über zahlreiche weitere Insekten wie Hummeln, Wespen, Heuschrecken aber auch viele (teilweise sehr seltene) Tagfalter, wie den Schwalbenschwanz, den Admiral oder den großen Fuchs, stellen die Insekten und Spinnen die größten Tiergruppen in der „Lebensgemeinschaft Streuobstwiese“ dar.

Sie stellen die Nahrungsgrundlage für viele, hier lebende Vogelarten dar. Neben häufigeren Arten (z.B. Amsel, Star, Blau- und Kohlmeise) sind hier auch Gartenrotschwanz, verschiedene Schnäpper- und Spechtarten, Gartenbaumläufer, Stieglitz sowie der Steinkauz als Charakterart der Streuobstwiese zu finden. Bilche, wie der Gartenschläfer oder der Siebenschläfer finden in Höhlen alter Obstbäume Unterschlupf. Auch Kulturfolger wie der Fuchs, der Hase und der Igel fühlen sich, in dieser extensiven Form der Kulturlandschaft wohl.

Da viele dieser extensiv genutzten Wiesen nach und nach verschwinden und der Forstbetrieb Rothenbuch über entsprechende Flächen verfügt, entschied man sich Ende 2011, mehrere bislang lediglich als Grünwiese genutzte Flächen durch die Pflanzung von Obstgehölzen aufzuwerten. Eine relativ große Maßnahme war dabei die Anlage der Streuobstwiese „Torhaus“ zwischen Bischbrunn und Rohrbrunn im Revier Zwieselmühle.

Das gemeinnützige Projekt wurde durch TriVersion e.V. finanziert. Die Planung und Ausführung der Arbeiten wurde durch den Forstbetrieb Rothenbuch, maßgeblich durch den zuständigen Revierleiter Andreas Holzheimer realisiert.

Insgesamt wurden bei dem Projekt „Torhaus“ im Pflanzverband 15 x 15 m 35 Apfel- und 5 Birnbäume gepflanzt und mit Einzelschutz aus Drahtgeflecht gegen Verbiss durch Hase, Hirsch und Reh geschützt.

Dabei kamen nur alte, im 18. Und 19. Jahrhundert entstandene und für Streuobstwiesen besonders geeignete Apfel- und Birnensorten zum Einsatz. Insgesamt wurden 13 verschiedene Apfelsorten, darunter der Bohnapfel, der Lohrer Rambour, der Danziger Kantapfel oder der Kaiser Wilhelm, alles sehr robuste und anspruchslose Sorten und 4 verschiedene Birnensorten, wie Gellert´s Butterbirne oder die Gute Luise, angepflanzt. Außerdem wurde der Waldrand mit insgesamt 75 Feldulmen, Hainbuchen und Feldahornen aufgewertet.

--> zurück zur Übersicht