Schutz der Fledermaus im Spessart

Fledermaus-Quartier im Wald bei Laufach-Hain (von links): Fledermaus-Fachmann Erich Sauer, Förster Joachim Keßler und Experte Thomas Bormann. (Foto: Medienhaus Main-Echo / Björn Friedrich)

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Eigentlich begann es letztes Jahr mit einem Zufall: Der damalige Pächter der Kahrhütte im Staatsforstrevier Hain hatte an einem Fenster eine eingeklemmte Fledermaus entdeckt. So kam man auf den Gedanken, das kellerartige Erdgeschoss der Hütte als Fledermaus-Behausung zu nutzen. Revierförster Reinhard Zietsch vom Heigenbrückener Staatsforstbetrieb und die beiden Fledermaus-Fachberater für Kreis und Stadt Aschaffenburg, Thomas Bormann und Erich Sauer, haben die Idee zusammen in die Tat umgesetzt. Im vergangenen Sommer wurden spezielle Steine eingebaut, in die sich die Tiere reinhängen können. „Die Spalten in den Steinen sind unterschiedlich groß, damit möglichst viele verschiedene Fledermausarten angelockt werden können“, so der Heigenbrückener Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten Joachim Keßler.

Zusätzlich haben Waldarbeiter des Forstbetriebs Flugschneisen freigelegt, damit die Fledermäuse die Hütte gut anfliegen können. Bis es soweit ist, kann es aber noch dauern: „Meistens dauert es einige Jahre, bis Fledermäuse neue Behausungen annehmen“, so Thomas Bormann. Die Voraussetzungen rund um die Kahrhütte sind aber sehr gut, wie der Fledermausexperte betont. Es gibt eine Reihe von Jagdbiotopen wie den nahe gelegenen Kahrsee mit einer Vielzahl von Insekten – und mindestens zehn Fledermausarten, deren Rufe die Fledermausexperten im vergangenen Jahr aufgezeichnet haben.

Weitere Maßnahmen zum Schutz der Nachtsegler hat Keßler bereits in Planung: „Wir werden an einigen Stellen Feldermauskästen aufhängen und Lebensräume für die Tiere schaffen.“ Förster Zietsch wird übrigens für die Aktion ausgezeichnet: Er erhält vom Landratsamt Aschaffenburg eine Urkunde und eine Plakette für seine Leistungen beim Fledermausschutz.

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